17 Apr 2018

Work & Study in Boston

Karriere Weltweit

Studenten suchen heutzutage mehr als einfach nur eine Sprachschule im Ausland. Aus diesem Grund bieten immer mehr Institute auch Kurse an, welche neben dem Sprachunterricht zusätzliche Aktivitäten beinhalten. So auch die internationale Schulkette Embassy English, welche im Anschluss an einen 4-wöchigen Englischkurs eine ein- oder mehrmonatige Praktikumsstelle vermittelt. Diesen Work&Study-Kurs nennt Embassy selbst "English in Action".
Genau dieses Programm hat Philip für sich in Boston ausgesucht. Dank seines ausführlichen Reiseberichtes erfährst du von ihm, weshalb er gerade diese Stadt gewählt hat und welche Tipps er an andere Sprachreisende weitergibt.


Reisebericht von Philip Küng

Aufgrund meiner Ausbildung zum Sport- und Englischlehrer suchte ich nach einem Sprachaufenthalt in einer Englisch sprechenden Region. Ich wollte ein Programm finden, das nicht nur aus einem Sprachkurs bestand, sondern auch aus viel Freizeit und welches Englischlernen in einem authentischen Umfeld ermöglicht. Schnell stellte ich fest, dass die Möglichkeiten sehr vielfältig sind. Von nur Sprachschule in einer grossen Stadt bis hin zu einem Praktikum auf dem Land gab es unzählige Angebote. Nach langem Suchen habe ich mich mit Yalea Languages für vier Wochen Sprachschule und anschliessend vier Wochen Praktikum entschieden. Dadurch versprach ich mir einen Ausgleich zwischen Unterricht in der Schule und Anwendung des Gelernten in der Praxis.

Die Stadt Boston, Massachusetts, hat sich aus dem eben erwähnten Angebot sowie der Möglichkeit, in meiner Freizeit Skateboard zu fahren, ergeben. Aus Videos in sozialen Netzwerken und Berichten von Freunden wusste ich über die Skaterszene Bescheid und wollte dies selbst erleben. Skateboarden ist meine grosse Leidenschaft und war ein essenzieller Faktor bei der Entscheidung der Reisedestination. Meine Wahl hat sich als äusserst kostbar herausgestellt! Die Skaterszene in Boston ist sehr offen für auswärtige Menschen und ich wurde schnell aufgenommen. Somit verbrachte ich meine Freizeit fast ausschliesslich mit Einheimischen und deren prägnanten aber liebenswerten Akzent. Genau nach meiner Vorstellung konnte ich Englisch aus erster Hand und in einem authentischen Umfeld erleben. Auch die Stadt wurde mir dadurch von einer exklusiven Perspektive präsentiert.

Skateboarding in Boston

Ein typischer Tag meines Aufenthaltes begann mit einem kurzen Frühstück in der Studentenresidenz, in welcher ich wohnte und mir ein Zimmer mit einem Studenten aus Nigeria teilte. Ich bin Frühaufsteher, dadurch habe ich mir morgens die Zeit genommen, um entweder mit dem Skateboard oder zu Fuss zur Schule zu gehen. Wenn möglich, immer auf einem anderen Weg, um die Stadt täglich neu zu entdecken. Frisch von der morgendlichen Bewegung holte ich mir einen Kaffee – Cafés und vor allem Ketten wie Starbucks gibt es in Boston zu Genüge – und setzte mich in die Klasse. Nach einer kurzen Anekdote der Lehrerin begannen schnell interessante Diskussionen. Da ich mich aktiv am Unterricht beteiligte, verlief der Morgen in der Schule sehr kurzweilig. Danach ass ich entweder mit den Klassenkameraden zu Mittag oder holte mir etwas für unterwegs und traf mich anschliessend mit den Skatern. Den restlichen Teil des Tages ging ich jeweils Skateboard fahren, wobei ich interessante Gespräche hatte. Die Abende verbrachte ich entweder zu Hause mit meinem Mitbewohner oder auch mit den Skatern. Diese waren äusserst zuvorkommend und haben mich auch einige Male zu sich nach Hause oder zu einem Fest eingeladen. So kam es, dass ich den Nationalfeiertag “4th of July” auf einer Dachterrasse verbrachte und von dort aus das Feuerwerk bewundern durfte.


Feuerwerk

Die Sprachschule Embassy in Boston empfand ich als eine bereichernde Beschäftigung am Morgen, während meine neuen Freunde noch schliefen. Die Kehrseite war, dass der Kontakt zu den Klassenkameraden sich auf die Schule begrenzte. Dies musste ich in Kauf nehmen, bereue es aber nicht. Die Erfahrungen, die ich mit den Einheimischen gemacht habe, möchte ich nicht missen.

Die Lehrpersonen und alle Mitarbeiter von Embassy habe ich als äusserst freundlich, zuvorkommend und zugänglich erlebt. Es wurde viel diskutiert und über Trump gelästert (natürlich im besten Englisch). Auch wenn unsere Lehrerin selbst viel geschwatzt hat, kamen feurige und unterhaltsame Diskussionen über vielfältige Themen zustande. Immer wieder wurden sprachliche Aspekte und Probleme aufgegriffen, welche in den Debatten auftauchten. An der Sprachschule gab es Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Teilen der Welt. Südamerika, besonders Brasilien, war stark vertreten. Einige kamen auch aus Saudi Arabien, Italien, Spanien oder Japan. Trotz oder gerade wegen der Kulturvielfalt ergab sich eine harmonische Atmosphäre in der Klasse. Mein Interesse an den verschiedenen Kulturen war äusserst gross und die Vielfalt der Diskussionen mit unterschiedlichen Perspektiven hat mich extrem bereichert.

Embassy Students

Nach vier Wochen sollte ich ein Praktikum beginnen. Da die Planung seitens der Schule etwas spät aufgenommen wurde, konnte ich es erst nach fünf Wochen Schule anfangen. Das Praktikum am Fisher College empfand ich als wertvoll, da ich viele neue und sympathische Leute kennenlernen durfte. Leider erhält man als Praktikant – viele kennen das vielleicht – nicht die spannendsten Aufgaben. Zudem konnte ich bei diesen Tätigkeiten auch nicht viel sprechen. Natürlich hängt dies auch von der Stelle ab. Meine Empfehlung wäre, falls möglich die Stelle im Voraus zu organisieren und dabei zu beachten, dass die mündliche Kommunikation im Vordergrund steht. Während meines Arbeitseinsatzes musste ich mich auch mit weniger Zeit auf dem Skateboard abfinden. Das Spannendste - und für mich der wertvollste Teil des Praktikums - ist der authentische Einblick in die Arbeitswelt in den USA. Der Austausch mit den Mitarbeitern und Studenten hat mir einen tieferen Einblick in Wertvorstellungen der Amerikaner/-innen gewährt. Gleichzeitig durfte ich den Mitarbeitern ein wenig von meiner Heimat erzählen. Dadurch habe ich auch die eigene Ansicht über die Schweiz von einem neuen Blickwinkel aus betrachtet. Dies war für mich eine neue und tolle Erfahrung.

Boston Street

Grundsätzlich kann ich eine Sprachreise nach Boston nur weiterempfehlen. Meiner Meinung nach spielt sich das Wichtigste jedoch ausserhalb der Schule ab. Geht hinaus und erlebt die Stadt und die Leute! Wenn ihr ein Hobby habt – sei es Sport, Schach oder Fallschirm springen – pflegt es am Ort des Sprachaufenthaltes weiter. So kommt ihr in Kontakt mit den Einheimischen, die zudem eure Interessen teilen, ihr lernt die Sprache auf authentische Art und Weise und habt eine Freizeitaktivität, die euch Spass macht. Ich bin mir sicher, auf diese Weise wird auch euer Aufenthalt ein Erfolg.

Last but not least, wenn ihr in Boston seid, probiert die Lobster Roll!


Autor

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Philip Küng

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