18 Jul 2018

Arbeiten im Silicon Valley

Karriere Weltweit

Praktika liegen heutzutage total im Trend: Auch für mich als Business-Studentin ist es unglaublich wichtig, Arbeitserfahrung zu sammeln und gleichzeitig meinen Lebenslauf aufzubessern. Doch als Sprachliebhaberin und Reisebiene wollte ich meine Semesterferien nur ungern in Deutschland verbringen, denn ich brauchte Abwechslung!  Und was ist besser als ein Praktikum in..., ihr denkt es euch gewiss schon: Kalifornien: Ob zum Reisen oder beruflich, jeder sollte einmal im Leben den westlichen US-Staat besucht haben. Nach einigen Bewerbungsschreiben erhielt ich im Frühling 2016 eine Praktikumszusage.

Erfahrungsbericht von Kira Kleb

Vorbereitungen und Visa

Zugegeben, das Erlangen eines Visums war komplizierter als ich es mir vorgestellt hatte. Aber Hand aufs Herz: Wir alle wissen, dass die Amerikaner in gewisser Hinsicht ein bisschen speziell sind. Denn für ein Praktikumsvisum gibt es nur wenige ausgewählte Organisationen, die das Visum ausstellen dürfen. Zudem brauchte ich ein Bestätigungsschreiben meiner amerikanischen Arbeitsstelle. Alle Informationen bezüglich des Visums findet man aber gut im Internet.


Visabestätigung

Im Gegensatz zu solch einem Praktikums-Vorhaben in anderen Ländern waren zum Glück weitere Reisevorbereitungen unkompliziert und nicht zeitaufwendig: Keine speziellen Impfungen, keine besondere Reiseapotheke oder andere aussergewöhnlichen Sachen, an die man unbedingt denken muss. Denn in Kalifornien gibt es alles, was man auch zu Hause bekommt.


Bezüglich der Wohnungssuche habe ich mich für eine Unterkunft in einer Gastfamilie entschieden. Auch wenn ein Hotel in der Gegend nicht weniger gekostet hätte, habe ich mich bewusst dagegen entschieden! Warum? Ich bin der Überzeugung, dass man in Gastfamilien nähere Einblicke in das Leben und die Kultur der Amerikaner erlangt. Durch die Familie wird man schnell auf Grillpartys, Geburtstage oder andere Veranstaltungen eingeladen. So ist es auch einfacher, neue Kontakte zu knüpfen. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Gastfamilie oft gute Tipps zu Freizeitaktivitäten geben kann. Auch bei mir war das der Fall, was mir sehr geholfen hat.

Besuch in San Francisco

Kulturschock?!

Der Vorteil an einem Praktikum im “Golden State” ist, dass sich der Kulturschock in Grenzen hält. Vieles sind wir aus Europa bereits gewöhnt und dennoch war ich von einigen Sachen positiv überrascht: Grosse, öffentliche Parkanlagen, in denen die Leute von früh morgens bis spät abends Sport betreiben, ein Barbecue mit Freunden machen oder sich einfach nur ausruhen. Auch an Starbucks mangelt es definitiv nicht: An jeder Ecke findet man einen, auch in Supermärkten. Zudem sind die Menschen dort alle freundlich und helfen einem mit allem. Auch wenn man Amerika direkt mit Fast Food verbinden mag, in Kalifornien sind zahlreiche Leute sehr gesundheitsbewusst und so gibt es viele Alternativen zu Wendys, McDonalds und Co. Natürlich gab es auch ein paar Dinge, an die ich mich erst gewöhnen musste: Bus- und Zugverbindungen sind deutlich weniger entwickelt als in Europa. Dies mag daran liegen, dass Amerikaner einfach ihre Autos lieben. So passiert es häufig, dass immer nur eine Person in einem Van sitzt. Generell sind die Leute dort weniger umweltbewusst, aber dies wird sich gewiss auch mit den Jahren ändern.

Silicon Valley

Meine Arbeit im Silicon Valley

Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit bin ich an Netflix Headquarters und anderen bekannten Companies auf breiten Highways vorbeigefahren. Zugegeben, das gab einem schon das Gefühl von “California Dreaming”. Mein Arbeitsplatz in einer Rekrutierungs-Agentur war sehr gemütlich und in der ersten Woche musste ich mich erst einmal an die Arbeitskultur gewöhnen: Einige Sachen wurden lockerer genommen, manche Mitarbeiter liefen in Hausschuhen herum und manchmal gab es unendlich lange Konversationen, die definitiv wenig mit den wirklichen Aufgaben zu tun hatten. Dadurch war jeder Arbeitstag ein neues Erlebnis für mich und es gab viel zu lachen. Dennoch wurde viel gearbeitet, um neue Kunden zu erlangen und Projekte fertigzustellen. Sehr witzig war auch die Intention “Friday Breakfast”: Meine Kollegen haben grundsätzlich nie etwas vor 12 Uhr gegessen, was für mich unverständlich war. Freitags allerdings gab es immer “Breakfast”, was die Mitarbeiter abwechselnd mitbringen mussten: So gab es beispielsweise Chicken MC Nuggets, Donuts oder Burritos zum Frühstück.


Ich persönlich war für das Social Media & Marketing zuständig. Eine meiner Aufgaben war zum Beispiel, kreativen Inhalt für Facebook, Twitter und Co. zu generieren und zu posten. Dies stellt man sich leichter vor, als es ist, da man Kreativität mit intuitivem Denken und Wissen vereinbaren muss. Was mich besonders begeistert hat, war der Umgang mit neuen Medien und Techniken: Während man in Europa eher zurückhaltend mit neuen Applikationen ist, wurde in meiner Firma mit den neuesten Programmen gearbeitet. Dies hat mir auch langfristig einen grossen Vorteil verschaffen, da ich neue Techniken schon kannte, als auch deutsche Unternehmen diese später anfingen zu nutzen.


Silicon Valley

Persönliche Einschätzung

Rückblickend kann ich sagen, dass das Praktikum auf jeden Fall eine tolle Lebenserfahrung  war. Sowohl persönlich als auch beruflich war es eine tolle Herausforderung, die mich immer noch prägt. Das, was ich während dieser Zeit erleben und erlernen durfte, ist definitiv nicht mit einem Praktikum in Deutschland gleichzusetzen. Das Vorteilhafte, das ich bei einem Praktikum in Kalifornien sehe, ist, dass man vieles Neues erleben kann, aber der Kulturschock vielleicht nicht so hoch wie in anderen Ländern ist. So gestaltet sich das Einleben relativ einfach. Zudem bekommt man gleichzeitig viel aus dem Arbeits- und Privatleben der Amerikaner mit und kann neue Kontakte knüpfen. Ausserdem hat man ein vielfältiges Angebot an Freizeitaktivitäten: Dadurch, dass dieser Bundesstaat sehr modern ist, kann man an den Wochenenden sehenswerte Städte wie Berkeley, San Francisco, etc. besuchen.


Ich persönlich empfehle jedem, einen solchen Schritt zu wagen und auch ein Praktikum im Ausland zu machen, um eine Erfahrungen für das Leben sammeln zu können!


Autor

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Kira Kleb

Sprachliebhaberin und Reisebiene

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