22 Nov 2016

Travelling Classroom Ecuador

Erfahrungsberichte

Ein Land, drei geographische Zonen, vier Sprachschulen und unendlich viele Eindrücke! Mit dem “Reisenden Klassenzimmer”der Academia Surpacífico durfte ich vier Wochen lang in Ecuador unterwegs sein, Spanisch lernen, das Land erkunden und neue Freundschaften schliessen. Was für eine unvergessliche Zeit!

Quito (Sierra)

Mein Abenteuer mit dem “Reisenden Klassenzimmer” begann in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, die auf über 2800 Meter Höhe in den Anden liegt. Hier wohnte ich zusammen mit zwei anderen Studierenden eine Woche lang bei Carlos und seiner Familie, die uns mit offenen Armen empfingen und sich herzlich um uns kümmerten.

Die Sprachschule befand sich nur zwei Gehminuten vom Haus meiner Gastfamilie entfernt und auch hier wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Der Spanischunterricht am Vormittag war hervorragend organisiert und mittags aßen wir alle zusammen in einem der kleinen, aber sehr guten Restaurants in der Nähe der Schule. Für nur drei Dollar kannst du dir hier den Bauch mit Suppe, Reis mit Fisch oder Fleisch und einer leckeren Kokosmilch vollschlagen.

Auch am Nachmittag wurde uns immer ein tolles Programm geboten. Mal haben wir die Altstadt von Quito mit ihrer wunderschönen Basilika erkundet, mal fuhren wir mit der Gondelbahn hoch zum Vulkan Pichincha oder besuchten das Äquatormonument “Mitad del Mundo”. Abends ist ein Spaziergang durch die lebhafte Altstadtgasse "La Ronda" ein absolutes Muss. Live-Musik dringt aus den Türen der vielen kleinen Salsa-Bars und lädt dich zum Verweilen und Mittanzen ein.

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Amazonas (Selva)

Zu Beginn der zweiten Woche brachen wir frühmorgens in Richtung Amazonas auf. Die Strasse schlängelte sich entlang des malerischen Rio Napo durch die dichten Nebelwälder, über Brücken und vorbei an Wasserfällen. Das letzte Stück bis zu unserer Unterkunft bewältigten wir in einem kleinen Boot, mit dem wir den Rio Napo überquerten. Die “GAIA”-Lodge, in der wir die Woche verbrachten, ist umgeben von Palmen, Bananen- und Kakaobäumen und bietet einen unbeschreiblichen Ausblick auf den Fluss.

Hier im Amazonas fällt einem das Lernen wirklich leicht. Als Belohnung für die täglichen vier Stunden Spanischunterricht haben wir selbst Schokolade hergestellt und den Regenwald erkundet. Unser Guide Jaime hat uns jeden Tag sicher durch den Dschungel geführt und jeden Spass mitgemacht - sei es die Flussfahrt auf einer "Tube", einer Art Gummireifen, der Besuch bei einer einheimischen Familie oder die Wanderung zu einem der Wasserfälle, zu dem wir mit Hilfe von Lianen hinaufklettern konnten, um dann wieder hinunter in das erfrischende Wasser zu springen. Wir lernten viel über die Flora und Fauna im Amazonas, haben Affen und verschiedene Vögel beobachtet, nachts den unglaublich klaren Sternenhimmel bestaunt und einfach jede Minute genossen.

Manta (Costa)

Nach einem Zwischenstopp in Quito ging es in der dritten Woche per Inlandflug weiter nach Manta, das durch das Erdbeben im April 2016 deutlich geprägt war. Der Flughafen war schwer beschädigt und statt Gepäckband musste ein einfacher Gartentisch herhalten. Die Schule hatte das Erdbeben glücklicherweise unbeschadet überstanden, sodass der Unterricht und alle anderen Aktivitäten problemlos stattfinden konnten. Dass ich zu der Zeit die einzige Schülerin war, kam meinem Spanisch natürlich absolut zugute.

Nach dem Unterricht haben wir oft Ausflüge unternommen, zum Beispiel in die kleine, aber sehenswerte Stadt "Monte Cristi", die bekannt für die Herstellung der originalen Panama-Hüte ist. Hier befindet sich auch das Museum von Eloy Alfaro, einem der herausragendsten Staatsmänner Ecuadors. Das kleine Dorf Crucita, das etwa eine Autostunde nördlich von Manta liegt, durfte ich dann beim Paragliding von oben erkunden. Die Aussicht über die Küste Ecuador ist einfach traumhaft und als wir wieder sicher am Strand landeten, strahlte ich bis über beide Ohren.

Zudem konnte ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen, die sich für die Opfer des Erdbebens engagierte. Durch sie erhielt ich einen Einblick in die Situation dieser Menschen, die mit ganzen Familien in Notunterkünften aus 2,5 x 2,5 Meter großen Zelten lebten, welche durch eine chinesische Organisation bereitgestellt wurden.

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Montañita (Costa)

In der vierten Woche reiste ich weiter nach Süden in Richtung Montañita. Schon die drei Stunden dauernde Busfahrt entlang der wunderschönen Küste mit ihren endlosen, weissen Sandstränden stimmt einen auf das ein, was einen in Montañita erwartet: ein quirliges Surferparadies, in das man sich augenblicklich verliebt. Montañita ist klein, aber lebendig und besteht hauptsächlich aus zwei Strassen: der Breakfastallee und der Cocktailallee, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Etwas abseits vom Trubel Montañitas befinden sich die Hütten, sogenannte Cabañas, in denen die Sprachschüler untergebracht sind. Die Schule ist von dort aus zu Fuß zu erreichen und bietet einen wunderbaren Blick über ganz Montañita.

Der Tagesablauf hier war sehr entspannt und zwischen den Unterrichtseinheiten ging es am späten Vormittag zum Surfen nach Olon. Nachmittags war Schwimmen im Pool angesagt und am Abend gingen wir zusammen in einem der vielen Restaurants essen und anschließend auf eine Tour durch die Cocktailallee. I love Montañita - und wie so viele andere habe ich meinen Aufenthalt hier um eine Woche verlängert und es keinen Moment bereut.

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Autor

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Sandra .

Sandra ist mit dem Programm "Reisendes Klassenzimmer" von Yalea quer durch Ecuador gereist und hat atemberaubende Eindrücke in diesem faszinierenden Land gesammelt.

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