27 Jun 2017

Mein Sprachaufenthalt im idyllischen Killarney

Erfahrungsberichte

Meine Sprachreise nach Irland begann turbulent. Nachdem ich mit dem Flugzeug in Kerry gelandet war,  wartete ich dort geduldig auf jemanden, der mich zu meiner Gastfamilie bringen würde. Als jedoch auch nach längerer Wartezeit niemand in Sicht war, um mich abzuholen, beschloss ich, die "Emergency-Number" auf meinen Reiseunterlagen zu wählen und an einem Sonntagabend Feargal von der Killarney School of English (KSOE) anzurufen. Nach meinem kurzen Erstaunen, dass an einem Ruhetag überhaupt jemand das Telefon bedient, konnte ich mein Anliegen schildern und erfuhr, dass mich meine Gastfamilie am Bahnhof in Killarney erwartete und bereits beinahe für vermisst erklärt hatte.


Ohne zu zögern, machten sich meine Gasteltern wie selbstverständlich sofort auf den Weg, um mich persönlich am weiter entfernten Lokalflughafen abzuholen. Durch diese Geschichte mit "Lost Patricia" war das Eis zwischen uns bereits gebrochen und wir hatten noch einige Tage etwas zu lachen.


Killarney

Meine Gastfamilie lebt in einem grossen Haus etwas ausserhalb des Stadtzentrums von Killarney. Da ihre eigenen Kinder bereits ausgezogen sind, haben Denis und Dora viel Platz für Gäste, sodass ich während meines Aufenthaltes die Gesellschaft einer spanischen und einer italienischen Gastschwester geniessen durfte. Wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen und haben auch abends – mal alleine, mal zusammen mit den kleinen Enkelkindern unserer Gasteltern – Spiele gespielt, gemeinsame Ausflüge unternommen oder über unsere Heimatländer geschwärmt.


Denis und Dora waren sehr liebevolle Gastgeber, die sich stets um das Wohl ihrer Schützlinge kümmerten und auch bei kleineren Beschwerden, wie Erkältungen, Blasen an den Füssen und Bauchschmerzen, sofort ein Heilmittel zur Hand hatten. Das Einzige, womit ich mich auch im Laufe der Zeit nicht so richtig anfreunden konnte, war das Essen, das bei meiner Gastfamilie meist aus Kartoffeln und aufgewärmten Mikrowellengerichten bestand. Ich lernte jedoch Porridge zum Frühstück lieben und entdeckte ausserdem schnell, dass es in den lokalen Supermärkten eine riesige Auswahl an Früchten und Salaten gibt, die auf dem Teller in der Gastfamilie meistens fehlten.


Gastfamilie

Während meiner Zeit in Irland besuchte ich drei Wochen lang die KSOE und erhielt dort jeweils drei Lektionen Gruppenunterricht am Morgen und eine Stunde Privatunterricht am Nachmittag. Obwohl die Klassen zu meiner Reisezeit relativ gross waren, habe ich mich doch immer wohl gefühlt und von dem anspruchsvollen Niveau des Unterrichts profitieren können – so sehr sogar, dass ich auf Anregung der Lehrer beschloss, hier in der Schweiz das CAE (Cambridge English: Advanced) abzulegen. Das Vertrauen der Lehrer in meine Sprachfähigkeiten war eine sehr erfreuliche Überraschung, da ich selbst mein Level niemals so hoch eingeschätzt hätte.


Vermisst habe ich in den Klassen einen Mix aus verschiedenen Nationalitäten, denn fast alle meine Mitschüler waren spanischer Herkunft. So weiss aber nun immerhin halb Spanien, wo genau die Schweiz liegt, was „Grüezi“ und „Tschüss“ bedeuten und wie man in einem Pub richtig anstösst.


Die Killarney School of English ist etwas ausserhalb der Stadt direkt am Eingang des wunderschönen Nationalparks gelegen. Da es in Killarney keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, steht den Sprachschülern morgens und abends ein Schulbus zur Verfügung, den ich jedoch hauptsächlich morgens nutzte. Durch meinen Nachmittagsunterricht hatte ich in der Regel keine Zeit für die von der Schule angebotenen Aktivitäten. Jedoch lohnte es sich auch nicht, auf den Schulbus am Abend zu warten. Stattdessen beschloss ich bereits in der ersten Woche, am Nachmittag auf eigene Faust Ausflüge und kürzere Fahrradtouren mit den hauseigenen Bikes zu unternehmen oder gemütlich am Fluss entlang nach Hause zu spazieren.


Nicola, die Managerin der Schule, war sehr nett und zuvorkommend und hat all die kleinen und grossen Wünsche der Schüler ernst genommen. In ihren Augen war nichts unmöglich. So konnte ich bereits am zweiten Schultag das Level des Sprachkurses wechseln, an einem Sonntagmorgen bei schönstem Wetter einen Ausritt durch den Nationalpark unternehmen und in der zweiten Woche sogar meine Privatstunden so verschieben, dass ich zweimal an der von der Schule organisierten Nachmittagsaktivität teilnehmen konnte.


Killarney School of English

Auch an den Wochenenden bietet die KSOE Unternehmungen für ihre Sprachschüler an. Bei einer Tour um den Ring of Kerry sowie Ausflügen nach Cork und Kenmare hatte ich die Gelegenheit, noch mehr von der Gegend zu sehen und zugleich neue Freunde kennenzulernen. Auch Killarney selbst ist ein wunderschönes kleines Städtchen. Durch die offene und unkomplizierte Art der Iren kommt man in den unzähligen Pubs unglaublich schnell mit anderen ins Gespräch, so dass es für mich als Alleinreisende kein Problem war, Anschluss zu finden und ab und zu das irische Nachtleben zu geniessen.

Irland

Durch Zufall lernte ich in der Schule einen Lehrer kennen, mit dem ich mich von Anfang an hervorragend verstanden habe. Mit ihm konnte ich an meinen freien Sonntagen den Süden des Landes ausgiebig erkunden. So unternahmen wir Ausflüge zu verschiedensten Burgen in der Nähe von Killarney und entdeckten die wunderschönen Strände um die Dingle-Halbinsel.

Da mir Land und Leute in Irland so unglaublich gut gefallen haben, beschloss ich kurzfristig, meinen Flug umzubuchen und mit meinem Kollegen zusammen eine Woche lang die Westküste zu erkunden. Von Killarney aus fuhren wir nach Bunratty Castle, zu den Cliffs of Moher und schliesslich über den Burren nach Galway. Von dort aus ging es weiter durch den wunderschönen Connemara-Nationalpark zur Kylemore Abbey bis nach Clifden.


Irland Strände

Als ich nach diesem gelungenen Abschluss meiner Irlandreise endgültig meinen Heimflug antreten musste, konnte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf einen unvergesslichen Monat in einem wunderschönen Land zurückblicken. Ich habe in dieser Zeit unglaublich viele Erfahrungen und Eindrücke gesammelt, konsequent nur Englisch gesprochen und viele neue Freunde kennengelernt.

Autor

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Patricia .

Patricia ist mit Yalea Languages nach Irland gereist und hat einen Sprachkurs an der "Killarney School of English" absolviert.

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